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Larrikins

Band

Zwischen Ebbe und Sturmflut, Melancholie und Angriff, stillem Wasser und hoher See:
LARRIKINS sind der sichere Hafen für alle, die sich zwischen allen Extremen bewegen wollen, ohne dabei den Kurs zu verlieren.

Das musikalische Koordinatensystem des Quartetts lädt alle ein: Punk und Metalhead, Ska-Vortänzer und -core-Härtner. Namedropping würde mehr verwirren, als helfen, denn die Mecklenburger sind einfach nicht zu greifen: Vieles landet im Topf und heraus kommt dabei eine selbstbewusste Mischung aus allem, was Tiefgang hat. Zum Tanz spielen die LARRIKINS für alle, die irgendetwas dabei fühlen. Nur eines ist klar: No chance to dance für Nazis. Die Selbstbezichtigung der Musiker ist so poetisch wie treffend: "Ruhig, gelassen und nachdenklich. Nordische Seelen, die ihr Leben in Lieder packen. Aufbrausend, stürmisch und kräftig - wie das Meer und der Wind, die wir jeden Tag um uns herum spüren."

2008 legen die Jungs ihre erste Do-it-yourself-Produktion "Kommt Zeit, kommt´s hart" vor. Der Sound ist ziemlich roh, sehr bunt und bisweilen noch etwas unausgegoren, textlich setzt man aber schon den eigenen Standard: Menschsein und Menschwerden - der rote Faden zieht sich durch die 11 Songs und das eigene Bewusstsein. Das Album findet - trotz oder wegen des DIY-Moments - regional großen Anklang, die Band spielt in der Folge immer mehr Konzerte und die Fanbase wächst.

Zu behaupten, es geht nach dem Debut "Kommt Zeit, kommt´s hart" alles Schlag auf Schlag und die Band durch die Decke, wäre eine schamlose Übertreibung. Nein, die LARRIKINS machen einfach so weiter, wie bisher: Gut sein, überzeugen, spielen und vor allem das eigene Ding machen. In der vitalen Rockszene Mecklenburgs etablieren sich die LARRIKINS - übrigens ein australischer Straßenausdruck für jugendliche Rowdys - langsam aber sicher als vielversprechende Nachwuchskraft.

Nach dem 2011 erschienenen Nachfolger "Krisenkirmes", unzähligen Shows im In- und Ausland, Festivalshows und Clubgigs und einem prall gefüllten Vorrat an Emotion und Inhalt, Wut, Liebe, Angst und Bewältigungsstrategien, ist es 2015 an der Zeit, endlich wieder ein Album aufzunehmen.
"Am Ende war der Mensch" heißt dieser voll entwickelte, serienreife Hybrid aus Rock´n´Roll und Nachdenklichkeit und erscheint im März 2016. Alles, was sich angesammelt hat, kommt raus und wird unter der Regie von Produzent Dirk Burke (u.a. In Extremo, Knorkator, Bonsai Kitten) im Lakeside Studio in 14 Songs kanalisiert.

So fokussiert, so auf den Punkt klangen die LARRIKINS noch nie. Egal, ob wohlige Melancholie, egal, ob riffstarrende Sturmflut mit mehrstimmigem Chorus - hier hat die Band die Essenz aus fast 15 Jahren Bandgeschichte versammelt. "Hier gibt es keine Farben, denn das hier ist kunterbunt" tönt es im Opener "Nummer Drei" - das fanal für die folgende knappe Stunde Kraft und Schwäche, Gefühl und Härte. Mensch sein, Mensch werden, Menschen verbinden: Musik ist die universelle Sprache der LARRIKINS und was die Texte schon erzählen, treiben Riffs und Härte, Melodien und Hymnen direkt ins Herz und in die Beine. Und so wurde "Am Ende war der Mensch" tatsächlich der erste Quantensprung in der bisher so linearen Bandgeschichte.
Gemeinsame Touren mit COR oder den legendären Zaunpfahl standen auf dem Plan, Supportshows für die Mittelalterrocker von In Extremo mit bis zu 1400 Zuschauern pro Abend und eigene Gigs zwischen Ostsee und Alpen: Die Larrikins haben viel, viel Adrenalin in die Adern gepumpt und noch mehr Schweiß auf den Bühnen der Republik verteilt. Frei nach den legendären Fehlfarben: Es geht voran! Und dieses Wissen ist es auch, was das Quartett antreibt. „Wir sind mittlerweile alle 30 Jahre jung und freuen uns umso mehr, dass das Ding hier immer noch Feuer im Arsch hat, so gut funktioniert und uns so viel Freude bereitet.“ Für Stillstand ist die Zeit zu knapp.
Es geht bei einem Larrikins-Album natürlich um mehr als „nur“ Musik, es geht auch darum, eine Haltung zu transportieren. Aber unaufdringlich, ganz natürlich. Sie ergibt sich aus dem, was man sieht und erlebt. In Sommer 2018 spielte man Konzerte in einer Schule und in der JVA, um „für die Menschen zu spielen, die vielleicht noch nicht zur Musik gefunden haben oder nicht das Privileg haben, täglich Musik zu hören.“ Es geht um den Kreislauf von „Machen-reflektieren-besser machen“. Im Leben und auf Platte.

Zehn Jahre nach ihrem streng dem Do-It-Yourself-Ethos folgenden Langspieldebüts „Kommt Zeit, kommt´s hart“ haben die Goldberger längst eine ganz eigene Identität entwickelt, musikalisch und auch sonst. Jan Jaedike hörte in seinem Review zu „Am Ende war der Mensch“ für das Rock Hard „unüberhörbare Spielfreude“ und „wenn sie Gas geben, erinnern sie an die legendären Targets“, powermetal.de bescheinigt damals hochoffiziell, man habe „die passende Balance gefunden, einen Mittelweg, um die eingefahrenen Genre-Strukturen neu zu lockern.“ Und so war es ja auch gedacht, als man damals 2001 als kaum im Teenageralter angekommene gemeinsam losrockte.
„Es war uns von Anfang an wichtig, dass das Ganze knallt, sich gut anfühlt und nach Larrikins klingt. Nicht mehr und nicht weniger. Wir haben das Gefühl, es hat bis hierhin ganz gut funktioniert“, tönt es selbstbewusst (im engsten Sinne des Wortes) aus dem Norden. Und es stimmt ja auch, man ahmt keine Vorbilder nach, sondern schaut sich überall etwas ab und formt daraus etwas eigenes.

Dieses Jahr bringt nun endlich wieder ganz frische Musik: Mit ihrem vierten Album „Für die, die geblieben sind“ stellen die Larrikins wieder ihr ganz eigenes Licht in die Dunkelheit dieser Tage. „Das Album ist für uns – auch wenn es vielleicht zu pathetisch klingt – ein Mahnmal.

Wir haben es für uns geschrieben, um uns irgendwann an 2019 zu erinnern und an die Arten von Menschen, die uns jeden Tag umgeben. An die Kämpfer und Denker, die das Gute verkörpern und für die Zuversicht kämpfen. Und an die Nörgler und Ankläger, die durch ihre eigene Unfähigkeit verlernt haben, über den Tellerrand zu schauen“, gibt Felix Einblick in die Gedankenwelt der Band. „Sie haben vergessen zu lieben und etwas zu fühlen. Sie schüren Hass, Angst, Neid und Provokation, um die Menschen auf ihre Seite zu ziehen. Das Album soll irgendwann mal ein Zeitdokument sein, für die Bösen und die Besseren. Ich hoffe, dass wir diese Zeit irgendwann überwinden werden.“

Die 12 Songs auf „Für die, die geblieben sind“ sind etwas direkter, homogener als auf dem Vorgänger. War dort ein spannender Ritt quer durchs weite Feld der Gitarrenmusik der rote Faden, gesponnen aus der Auseinandersetzung mit sich selbst und der eigenen Umwelt, geht es diesmal musikalisch stringenter zur Sache, textlich aber bleibt alles beim Alten:„Ja, musikalisch sind die Sprünge zwischen den verschieden Genres nicht so ausgeprägt wie 2016. Die Songs selbst sind ein Up & Down aus Wut und Zuversicht. Mehr Zuversicht als noch auf dem letzten Album, aber auch mehr Dunkelheit, mit der wir uns ganz individuell auseinander setzen müssen.“
Wer seinen Punkrock-Metal-Tanz-Hybriden gerne seelenlos und möglichst mundgerecht mag, sollte um diese Platte also besser einen Bogen machen. Aber wer will das schon, wenn das Ergebnis von jahrelanger Auseinandersetzung mit sich selbst so positiv ausfällt: „Wir sind dankbarer geworden und haben gelernt zu schätzen und zu reflektieren.“ Und aus Reflektion entsteht im Norden immer etwas Neues. Und das ist gut.

Live

Datum Stadt Location Land
28.12.19 Goldberg Köhlers Kurve Germany

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